Das BDB-Musikcamp bringt immer wieder junge Talente hervor, die den Weg zum Berufsmusiker einschlagen. Dass Frederik Abel das Zeug dazu hat, das unterstreicht der junge Posaunist und Schlagzeuger nachdrücklich jedes Jahr im Musikcamp. Schon fünf Mal war er als Teilnehmer dabei und wenn er Ende Juli zu seiner 6. Teilnahme ins Camp kommt hat er nicht nur seine beiden Instrumente im Gepäck, sondern auch die Partitur seiner erste Komposition für sinfonisches Blasorchester. Sie wird im Musikcamp ihre Uraufführung erfahren. Wie es dazu kam, berichtet er im Interview.

bm: Wie kommt es, dass Deine Komposition im Programm für das Orchester des BDB-Musikcamp steht? Hast Du das Werk explizit dafür komponiert?

Frederik:  Nein, das Stück war ursprünglich nicht für das Musikcamp gedacht. Ich hatte schon seit längerem Interesse am Komponieren entwickelt und bereits das eine oder andere Stück komponiert. Zur Übung wollte ich einfach auch einmal ein Werk für sinfonisches Blasorchester komponieren. Letztes Jahr im Musikcamp habe ich mit Mario Bürki über mein Stück gesprochen und ihn gefragt, ob er mal drüberschauen könnte. Das hat er dann gemacht und es hat ihm wohl so sehr gefallen, dass er es ins Programm aufgenommen hat.

bm: Das Stück trägt den Titel Ghostlight. Was hat Dich dazu inspiriert? Und wie würdest Du Dein Stück beschreiben?

Frederik: Ich bin ein großer Fan von Programmmusik. Deshalb habe ich mir eine Geschichte überlegt, die ich in Musik übersetzen kann. Durch Zufall bin ich auf einen Mythos der irischen Folklore gestoßen. Demzufolge gelten Irrlichter als Wegweiser zu Dämonen. Der Titel Ghostlight ist zwar keine treffende Übersetzung von Irrlicht, das heißt auf Englisch nämlich „jack-o´-lantern“, gefällt mir aber besser, weil man sich mehr drunter vorstellen kann.

In meinem Stück Ghostlight begleitet der Zuhörer einen Wanderer, der auf seinen Reisen auf ein solches Irrlicht trifft. Nichts ahnend verfolgt er dieses durchs Dickicht. So trifft er auf die Höhle eines Dämonen. Er nimmt all seinen Mut zusammen und stellt sich diesem. Es entbrennt ein heftiger Kampf, den der Wanderer im letzten Moment für sich entscheiden kann. Im dunkelsten Moment des Kampfes gelingt ihm die Wende und der darauffolgende Todesstoß. Nach dem Tod des Dämonen kann er nun seine Reise fortsetzen, während das Werk zu seinem triumphalen Abschluss kommt.

bm: Diese Frage wird Deine Musikfreunde aus dem Musikcamp interessieren: Welche Register sind in dem Stück besonders gefordert? Und wirst Du Dein Stück bei der Uraufführung selbst dirigieren oder lieber im Orchester mitspielen?

Frederik: Das Stück entspricht dem Schwierigkeitsgrad 4 und fordert eigentlich jedes Register, aber nicht durchgängig. Der Fokus wandert vielmehr von einem zum anderen. In den Kampfszenen gibt es schwierige und schnelle Läufe für die Holzbläser, die aber ganz gut liegen. Das habe ich mir von meinen Freunden im Musikcamp extra absegnen lassen. Auch die Blechstimmen sind nicht ohne, machen aber großen Spaß zu spielen, wie ich finde. Ich spiele ja selbst Posaune. Bei der Uraufführung im Musikcamp möchte ich selbst aber lieber Schlagwerk spielen und zwar am liebsten die Paukenstimme. Die Leitung wird Mario Bürki übernehmen. Dass mein Stück Ghostlight im Musikcamp unter seiner Leitung seine Uraufführung erfährt, ist für mich eine Riesenfreude und große Ehre.

Info: Frederik Abel

Frederik Abel wurde 2003 in Geldern, Kreis Kleve, Nordrhein-Westfalen geboren. Bereits mit 5 Jahren begann er Schlagzeug/Schlagwerk zu spielen. Später folgten Posaune, Euphonium, Bass und Klavier. Als Multiinstrumentalist ist er in zahlreichen Orchestern aktiv und nimmt an unterschiedlichsten Projekten teil. Mit 14 Jahren schrieb er erste kleinere Stücke für kleinere Ensembles und Blasorchester sowie Solowerke für Schlagwerk, Posaune und/oder Euphonium mit Klavier. Darauf entstanden erste größere Werke für Brass Quintett, Blasorchester, Bigband und Sinfonieorchester, wie auch das 2020 geschriebene Werk „Ghostlight“ für sinfonisches Blasorchester. Im kommenden Jahr 2022 beginnt er sein Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien in der Studienrichtung Komposition und Musiktheorie. „Ghostlight“ wird im Musikverlag Frank verlegt und erscheint in Kürze.

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